Was ist Copecart eigentlich?
Die Copecart GmbH mit Sitz in Berlin agiert als sogenannter Reseller, also Wiederverkäufer von digitalen Produkten und Dienstleistungen. Anbieter – sogenannte Vendoren – können über diese Plattform ihre Kurse und Coachings verkaufen. Auf den ersten Blick scheint Copecart lediglich als Zahlungsdienstleister zu fungieren. Tatsächlich wird Copecart jedoch selbst zum Vertragspartner des Kunden – nicht der jeweilige Coach oder Anbieter.
Das führt in der Praxis dazu, dass viele Käufer glauben, sie hätten den Vertrag direkt mit dem Coach geschlossen, während ihr rechtlicher Vertrag in Wirklichkeit mit der Copecart GmbH besteht. Kommt es zu Problemen mit der Leistung, kann genau das zu erheblichen Schwierigkeiten führen.
Typische Probleme beim Copecart Widerruf
Viele Kunden berichten, dass sie bei Copecart mit einem Widerruf kaum durchdringen. Copecart beruft sich regelmäßig darauf, dass Käufer beim Bestellvorgang auf ihr Widerrufsrecht verzichtet hätten. In den meisten Fällen geschieht das durch eine voreingestellte Checkbox im Bestellprozess. Dabei verweist Copecart auf § 356 Abs. 4 BGB – eine Regelung, die das Erlöschen des Widerrufsrechts bei digitalen Produkten regelt.
Problematisch ist jedoch, dass Coaching-Verträge in der Regel keine reinen digitalen Produkte, sondern Dienstleistungen im Sinne des Gesetzes sind. Dies auch dann, wenn das Coaching sich teils auf digitale Produkte wie einen Videokurs oder eine Lernplattform stützt. Hier gilt § 356 Abs. 5 BGB – und danach ist ein pauschaler Widerrufsverzicht nicht wirksam. Diese fehlerhafte Belehrung und Gestaltung ist daher höchst umstritten und aus Sicht vieler Juristen rechtswidrig.
Rechtsprechung und aktuelle Verfahren
Mittlerweile liegen zahlreiche Urteile gegen die Copecart GmbH vor. In mehr als 50 Fällen entschieden Gerichte zugunsten der Kunden – häufig gestützt auf das Fernunterrichtsschutzgesetz oder aufgrund eines wirksamen Widerrufs trotz angeblichen Verzichts. Auch die Verbraucherschutzzentralen haben rechtliche Schritte gegen Copecart eingeleitet. Ein Verfahren vor dem Landgericht Berlin ist derzeit noch anhängig und könnte richtungsweisend werden.
Warum Kunden oft im Nachteil sind
Ein weiteres Problem: Copecart führt keine inhaltliche Qualitätskontrolle der angebotenen Kurse durch. Jeder, der möchte, kann dort Coaching-Angebote oder Kurse einstellen. Manche Anbieter nutzen aggressive Verkaufsmethoden – mit Zeitdruck, vermeintlichen Sonderangeboten und unzureichender Aufklärung. Vielen Kunden ist gar nicht bewusst, dass sie den Vertrag mit Copecart schließen. Erst bei Problemen merken sie, dass sie beim Anbieter selbst keine Ansprüche geltend machen können.
Wie Sie auf einen problematischen Vertrag reagieren sollten
Wenn Sie feststellen, dass Ihr Coaching-Vertrag über Copecart problematisch ist, sollten Sie schnell handeln. Nutzen Sie unseren kostenfreier Widerrufs-Check. So lässt sich feststellen, ob Ihr Widerruf noch möglich ist oder andere rechtliche Schritte in Betracht kommen – etwa Anfechtung oder Rücktritt.
Warten Sie nicht zu lange: Viele Ansprüche unterliegen einer Verjährungsfrist. Lesen Sie dazu auch den Beitrag Verjährung Coaching Rückzahlung – Warum Sie jetzt handeln sollten.
Fazit: Ihre Rechte beim Copecart Widerruf konsequent nutzen
Die Vertragskonstruktionen von Copecart sind komplex und aus Verbrauchersicht häufig unfair. Dass sich Copecart auf einen Widerrufsverzicht beruft, ist in vielen Fällen rechtlich nicht haltbar. Wenn Sie unzufrieden mit Ihrem Coaching sind oder keine Leistung erhalten haben, stehen Ihre Chancen gut, den Vertrag rechtlich anzugreifen und Ihr Geld zurückzufordern – notfalls auch gerichtlich.
Als Anwalt mit Spezialisierung auf Coaching-Verträge kann ich bestätigen: Copecart-Fälle sind anspruchsvoll, aber lösbar. Wichtig ist, strukturiert vorzugehen, Fristen einzuhalten und Ihr Recht auf Widerruf konsequent durchzusetzen.
